Umstieg bei der Datensicherung von USB 2.0 auf 3.0

Viele Festplatten

Ich habe es ja schon fast geahnt – mit Beginn der Hochzeitssaison würde mir kaum mehr Zeit für andere Dinge bleiben. Und schon gar nicht für ausführliche Blogeinträge. Denn die 60-70 Stunden pro Woche bekam ich auch so schon mit Hochzeiten und Bildbearbeitung voll… ;-)

Selbst andere wichtige Projekte,  wie z.B. meine neue Webseite für Hochzeitsfotografie, zu der es bisher zwar schon die offizielle Facebook-Seite aber noch keine veröffentlichte www-Seite gibt, mussten auch warten.

Inzwischen steht das Grundgerüst der Seite mit allen Texten, ich muss nur noch aus meinen 2500 Lieblingsfotos der letzten drei Jahre knapp 100 für das Portfolio auswählen…

Und genau bei dieser Vorauswahl hat es mich wieder mal geärgert, wie viele Festplatten ich eigentlich habe. Und wollte es ändern… ;-)

Screenshot der neuen Hochzeitsseite mit großen Fotos als Startbildschirm

Screenshot der neuen Hochzeitsseite mit großen Fotos als Startbildschirm

Fotos über Fotos auf verschiedenen Datenträgern

Jeder von uns kennt es: Im Laufe der Zeit sammeln sich viele Daten an, die einen immer größeren Festplattenplatz einnehmen. Macht man sich als Privatperson vielleicht noch wenig Gedanken um Datensicherheit, sieht das bei professionellen Fotografen ganz anders aus.

Wir verdienen unser Geld mit den Bildern, und sind die erstmal futsch, ist das nicht nur blöd für den Kunden, sondern auch ganz schlecht für das Geschäft. Ich fotografiere bei Hochzeiten und Shootings mit einer Kamera, die Fotos gleich auf zwei Speicherkarten sichert – warum sollte ich also am Rechner meine Bilder nur auf einer Festplatte aufbewahren?

Aus dieser Überlegung heraus hatte ich mir vor vielen Jahren zwei Gehäuse mit Wechseldatenträger-System von Raidsonic / ICY angeschafft. „Damals“ waren allerdings 2 Terabyte schon uuuuuunglaublich innovativ (und teuer), so dass ich zunächst von 500GB und 1 Terabyte-Platten meine Bilder auf zwei Festplatten á 2 Terabyte sammelte. Später kam dann noch eine Platte mit 2 TB hinzu.

Mein altes USB 2.0/FireWire-Dock MB559UEA-1S von ICYDock. (Foto: icydock.de)

Mein altes USB 2.0/FireWire-Dock MB559UEA-1S von ICYDock. (Foto: icydock.de)

Für diese Festplatten habe ich dann allerdings noch jeweils eine identische Platte als Datensicherungs-Klon angeschafft, so dass ich letztlich mit sechs Festplatten für meine Fotos schon mal viel Platz verbraucht habe.

Und umständlich war es auch, wenn ich mal Bilder aus einem bestimmten Jahr gebraucht habe. Lightroom zeigt mir zwar an, wo das Original gespeichert ist, trotzdem musste ich dafür dann oft eine laufende Platte abmelden und die benötigte Festplatte mit der Datei einschieben.

Der Plan deshalb: Zwei neue 6 Terabyte-Platten, auf denen ich die Daten der letzten 11 Jahre aus drei Festplatten zusammenfassen würde.

Meine Datensicherung: Klonen der Festplatten

Ich bin übrigens schon oft gefragt worden, wie genau ich das mit dem Backup auf der zweiten Festplatte anstelle. Und es ist keine Hexerei oder ein großes Betriebsgeheimnis.

Für eine Automatisierung benutze ich das Programm „Carbon Copy Cloner“ für den Mac, dessen Entwickler Mike lustigerweise ein eineiiger Zwilling ist und sich in der Schule zunächst mit dem Klonen von DNA, und später mit dem Klonen von Daten am Mac beschäftigt hat ;-)

Bildschirmfoto Carbon Copy Cloner

Das Programm (knapp 40 Euro) lässt sich jedenfalls so einstellen, dass es automatisch im Hintergrund erkennt wenn zwei vorher festgelegte Platten am Rechner angeschlossen (eingeschaltet) werden und mich dann fragt, ob ich den Klonvorgang starten möchte.

Denn es wäre es relativ umständlich, bei Änderungen an einer Festplatte die zweite Festplatte mit genau den veränderten Daten zu bestücken, um einen identischen Klon zu erhalten. Manchmal löscht man ja auch unscharfe oder vermasselte Fotos bewusst im Laufe einer Bearbeitung aus dem Archiv. Findet die mal alle wieder auf der zweiten Platte…

Mit Carbon Copy Cloner habe ich so immer eine identische Kopie meiner jeweiligen Master-Festplatte, falls die mal ausfällt (TOI TOI TOI bisher!).

Umstieg von USB 2.0 auf USB 3.0

Okay, seit ich mir im Juni/Juli das neue MacBookPro 13″ gekauft habe, war USB 3.0 auch bei mir zumindest am Rechner angekommen. Bisher hatte ich allerdings nur SSD-Gehäuse und Kartenleser mit diesem Anschluss, denn beim iMac konnte ich noch ohne Adapter meine externen Gehäuse per Firewire 800 anschließen.

Der Vorteil von USB 3.0? Es ist in der Praxis ungefähr dreimal schneller als USB 2.0.

Und ich komme jetzt auch in den Genuss dieser Geschwindigkeit, wenn auch nicht gerade freiwillig

Im Seitenschrank unter dem Schreibtisch: Meine alten Festplattengehäuse von ICYDock samt Steckdosenleiste und einzeln abschaltbaren Steckern für die Netzteile. In der Mitte provisorisch eines der neuen schwarzen USB 3.0-Gehäuse

Im Seitenschrank unter dem Schreibtisch: Meine alten Festplattengehäuse von ICYDock samt Steckdosenleiste und einzeln abschaltbaren Steckern für die Netzteile. In der Mitte provisorisch eines der neuen schwarzen USB 3.0-Gehäuse

Es hätte schließlich alles so einfach sein können: Der Plan war ja, nun meine drei Festplatten mit Foto-Daten gegen zwei 6 Terabyte-Festplatten auszutauschen. Der Haken kam beim Formatieren, denn meine alten Festplattengehäuse mit USB 2.0 erkannten nur 1,6 TeraByte statt 6!

Dummerweise habe ich das erst ausprobiert, nachdem ich schon in einer neueren Docking-Station die Festplatte erfolgreich formatiert und viele Stunden lang Daten darauf kopiert hatte.

So montierte ich also danach nichtsahnend die Festplatte (Western Digital Green WD60EZRX) in den Wechselrahmen, schaltete ein und… was’n da los?????

Nach langer Recherche im Internet war jedenfalls klar, dass es mit der alten Hardware nicht funktionieren würde. Ärgerlich! Lag wohl am mehrere Jahre alten Controller, für den es auch kein Firmware-Update gab.

Also zähneknirschend nochmal etwas Geld investiert und für zusammen knapp 50,- Euro zwei USB 3.0-Gehäuse IB-351StU3S-B gekauft, wieder von ICY / Raidsonic, da ich mit deren anderen Gehäusen ja bisher wirklich gute Erfahrungen gemacht hatte.

Macht auch AUF dem Schreibtisch eine gute Figur: Das ICYDock IB-351StU3S-B. Rechts: Festplatten-Dock für "lose" Festplatten

Macht auch AUF dem Schreibtisch eine gute Figur: Das ICYDock IB-351StU3S-B. Rechts: Festplatten-Dock für „lose“ Festplatten

Verdammt, warum nicht schon früher?

Jahaaaa, angeschlossen und gedacht, mein Rechner würde spinnen. Denn nachdem ich ohne Probleme die erste Festplatte mit 6TB formiert und Carbon Copy Cloner gestartet hatte, rasten die Bilddateien plötzlich von einer Platte zur anderen!

Zum Vergleich hier mal zwei Screenshots:

Mit USB 2.0 waren nach 6,5 Stunden erst knapp 914 GB übertragen - auf eine 6TB-Festplatte in der USB 3.0-Dockingstation

Mit USB 2.0 waren nach 6,5 Stunden erst knapp 914 GB übertragen – auf eine 6TB-Festplatte in der USB 3.0-Dockingstation

Mit zwei USB 3.0-Gehäusen waren 2 TB Daten innerhalb von weniger als sechs Stunden kopiert!

Mit zwei USB 3.0-Gehäusen waren 2 TB Daten innerhalb von weniger als sechs Stunden kopiert!

Wahnsinn, oder? Dass auch in der Bildbearbeitung nun wesentlich schnellere Zugriffszeiten in Lightroom zu erwarten sind, dürfte klar sein. Die Investition hat sich auf jeden Fall gelohnt…

Sie sind dazu schön leise und sehen auch gut aus!

Da ich ja noch ein paar andere Daten auf Festplatten in Wechseldatenträgern gespeichert habe, werde ich mir in Kürze wohl trotzdem auch noch ein Gehäuse mit USB 3.0-Version zulegen (knapp 60 Euro), das der äußerlich gleiche Nachfolger meiner alten USB 2.0-Gehäuse ist und die bisherigen Wechselrahmen aufnehmen kann. Bin wirklich begeistert und ärgere mich fast, dass ich diese Schnittstelle bisher nicht ausgenutzt hatte…

Warum ich kein NAS benutze

Bei Diskussionen zur Datensicherung gibt es viele verschiedene Ansichten, und letztlich muss jeder Fotograf für sich die beste Lösung herausfinden. Vielleicht hilft euch dabei ja, warum ich selber meine Daten so und nicht anders, zum Beispiel auf einem NAS, sichere.

Viele Fotografen schwören auf NAS (wie im Beispiel unten mein Kollege Marc Lebryk aus den Staaten), also auf Systeme mit zwei oder mehr Festplatten, die an den Router im Netzwerk angeschlossen sind und die Daten automatisch auf den Festplatten mindestens doppelt im sogenannten RAID-Verfahren sichern.

 

Das macht durchaus Sinn, wenn man mit mehreren Benutzern auf die Bilddateien zugreifen will – für mich allerdings hat ein NAS auch entschiedene Nachteile, die es für mich als Einzelnutzer uninteressant machen:

  • Haltbarkeit: Da immer beide (oder mehr) Platten laufen, sobald man auf die Bilder zugreifen will, erhöht sich die Chance, dass eine Platte abraucht und ersetzt werden muss. Inzwischen gibt es zwar schon Platten, die speziell für Dauerbetrieb entworfen wurden – die kosten aber auch gleich mehr Geld. Für 6TB-Platten von Western Digital zum Beispiel in der Desktop-Variante „Green“ 220,- Euro, als NAS-Version „Red“ 250,- Euro – macht bei zwei Platten mal eben 60,- Euro mehr, bei sechs Platten 180,-
  • Lautstärke: Die Wärmeentwicklung in so einem Gehäuse mit mehreren Festplatten ist naturgemäß ziemlich hoch, weshalb es gekühlt werden muss. Dafür kommen Lüfter/Ventilatoren zum Einsatz, die eine gewisse Lautstärke entwickeln. Gerade in einem kleineren Arbeitszimmer kann das sehr stören – vor allem, wenn man einen fast geräuschlosen Mac gewohnt ist ;-)
  • Zugriff nur über das NAS: Ein wichtiger Punkt, den leider viele Fotografen außer Acht lassen. Denn das NAS speichert die Daten meist so, dass sie nur von eben diesem Gerät bzw einem Gerät des selben Herstellers gelesen werden können. Verabschiedet sich also das NAS durch einen Defekt, können die Daten nicht ohne Weiteres ausgelesen werden. Mal eben schnell eine Festplatte für einen Workshop mitnehmen, funktioniert auch nicht.
  • Anschaffungskosten: Es gibt NAS ab knapp 80 Euro, allerdings mit Einschränkungen. Für ein wirklich zuverlässiges und gutes NAS kann man denn auch schon mal bis zu 800 Euro loswerden, vor allem, wenn man nicht nur zwei Festplatten, sondern vier oder sogar sechs einbauen möchte. 800 Euro OHNE Platten, wohlgemerkt.
  • Stromkosten: Bei zwei Platten vielleicht noch vertretbar, sind es bei vier oder sechs Platten im Grunde immer etliche Platten, die umsonst laufen und mit Strom versorgt werden müssen. Dazu kommt auch, dass der Router immer an sein muss. Auch wenn es sich für manche von euch vielleicht komisch anhört – ich habe ISDN-Telefone und mache den Router samt VDSL-Modem per Steckdosenleiste aus, wenn ich nicht ins Netz gehe oder Filme/Serien am AppleTV über eine Festplatte im Netzwerk gucke. Nicht aus Geiz, sondern weil es ökologisch sinnvoll ist.Abgesehen davon lassen viele Fotografen (und ich dann wohl auch) ihr NAS aus Bequemlichkeit rund um die Uhr laufen, weil es einfach immer sehr lange dauert, bis das autarke System hoch- oder runtergefahren ist – mal eben schnell ein paar Bilder raussuchen ist nicht. Auch wenn die Festplatten nach einiger Zeit in den Ruhemodus (Spin down) gehen, zieht das System natürlich weiter Strom.

Das sind natürlich sehr individuelle Gesichtspunkte und jeder Fotograf hat andere Kriterien – für mich schließen sie ein NAS bisher aus.

So, das war es schon wieder. Ich hoffe, dass euch diese kleine Auflistung interessiert und vielleicht sogar geholfen hat. Fragen bitte wie immer in den Kommentaren, damit auch andere von den Antworten profitieren können.

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3 Comments

  • Reply
    Marcel
    10. Dezember 2014 at 14:42

    Ich sichere meine Daten auf 2 x 6TB (im RAID) auf meinem NAS. Im Betrieb ist es nicht lauter, als wenn ich eine externe Festplatte neben mir stehen habe. Das NAS kann ich bei Bedarf aber auch einfach in die Besenkammer sperren. ;-) Der Energieverbrauch mag zwar höher sein, ist dank zahlreicher Energiesparoptionen für mich aber nicht wirklich relevant, zumal für mich auch der Komfort zählt, von überall drauf zugreifen zu können.

    Als Backup bezeichne ich das ganze bisher noch nicht, denn zwei Festplatten im Raid und dazu noch im gleichen Raum, mögen zwar eine gewisse Sicherheit bei einem Hardwareausfall bieten, vor der Bösen Entfernen-Taste oder einem (hoffentlich jedem erspart bleibenden) Wohnungsbrand (…) schützt mich das ganze jedoch nicht.

    Daher habe ich ein zweites NAS im Keller stehen – räumlich also um zwei Etagen getrennt – welches jedoch nur mit einer 6 TB Platte ausgestattet ist und völlig automatisch einmal die Woche hochfährt, um sich die Daten vom Hauptserver zu ziehen.
    An einem anderen Tag werden wichtige Dokumente, Fotos und Videos außerdem automatisch via Amazon Glacier hochgeladen, was leider von GB zu GB immer teurer wird. Hier spiele ich seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, auf einen anderen Dienst umzusteigen, jedoch mangelt es da meiner Meinung nach noch an gescheite Pakete für mein Synology-NAS. Crashplan wäre z. B. ein solcher Anbieter, den ich gerne nutze würde, wenn es einen gescheiten Clienten (unabhängig vom Computer) gäbe.

    Die externe Festplatte schließe ich hin und wieder aber auch an, vielleicht jedes halbe Jahr und das auch nur, weil sich im Laufe der Jahre derart viele kleinere hier angesammelt haben. ;-) Ich lagere sie anschließend extern…

    Klingt vielleicht alles irgendwie doppelt und dreifach gemoppelt, aber ich hänge sehr an meinen Fotos, schließlich besteht meine Sammlung rein aus Erinnerungen und nicht irgendwelchen Auftragsarbeiten. ;-) Auf die Automatiken lege ich bei meiner Backup-Strategie großen Wert, da ich es manuell viel zu oft nach hinten verschieben würde.

    • Reply
      Stefan
      10. Dezember 2014 at 15:49

      Interessanter Einblick, Marcel!

      Wohl dem, der einen Keller hat oder wenigstens eine Besenkammer… ;-)

      Ich bin ja auch immer etwas paranoid was Brände angeht, und habe deshalb selbst im Regal direkt über meinen Ladegeräten einen Rauchmelder hängen. Okay, das nützt zwar nix, wenn ich nicht da bin, aber… ^^

      Meine privaten wichtigen Dateien sichere ich inzwischen zum einen in der Apple Cloud und dann noch parallel bei meinem Webhoster all-inkl.com. Seit einiger Zeit gibt es nämlich dort auch einen Zugriff auf meinen Speicher (150GB für 10 Euro im Monat inkl. 5 Domains) per Webdisk, so dass ich mich direkt aus dem Finder per WebDav (glaube ich) verbinden kann. Seeeeehr praktisch…

      Sämtliche Dateien, die an Kunden gegangen sind, liegen zudem sicher bei Galerie-Hostern im Netz mit mehrfacher Absicherung, so dass die Bilder eigentlich nicht verloren gehen.

      Okay, mittlerweile geht auch das ganz schön in’s Geld (rd. 20 Euro pro Monat zusätzlich zum Webhosting) ;-)

      Zur Lautstärke von NAS kann ich nur sagen: Ich habe einen Drobo hier gehabt und teste gerade das NSA325v2 von Zyxel. Da man vom iMac bzw MacBook meist absolut nichts hört, stören diese Lüftergeräusche schon, denn das Ding steht rund 1,5 Meter hinter mir auf dem Schrank.

      Als ich noch mit einem PC gearbeitet habe, wäre das vermutlich im Lüftergeräusch untergegangen ;-)

      Für mich war die Geschichte mit dem NAS einfach auch eine Frage zwischen „Haben Wollen“ und „Vernunft“ und „Finanzen“. Und momentan muss ich gestehen, dass ich mir lieber noch eine schöne Linse kaufen würde, statt mehrere hundert Euro nur für das Gehäuse plus Festplatten hinzulegen…

  • Reply
    Backing up your work… @ Marc Lebryk Photography
    6. Januar 2015 at 16:03

    […] end sooner or later.  I used the drobos in a very similar fashion to my friend and colleague Stefan Simonsen in Germany.  Stefan recently updated his archive system as well, which you can read about […]

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