Der Amateur, der Profi und der Meister

Mein ungefährer Gemütszustand, wenn ich früher fotografiert habe? Hoffentlich nicht... ;-)

Amateure, Profis, Meister – die Evolution von Fotografen folgt sehr oft einem Muster. Wer sich intensiver mit der Fotografie beschäftigt, wird irgendwann zwangsläufig mit diesem Ausspruch zur klassischen Entwicklung eines Fotografen, auch gerne abgewandelt, konfrontiert werden:

Der Amateur macht sich Gedanken um die Ausrüstung
Der Profi macht sich Gedanken um’s Geld
Der Meister sorgt sich um’s Licht

So pathetisch sie auch klingt, ist diese Weisheit allererste Sahne!

In diesem Blogeintrag gebe ich meinen Senf zu den typischen Allüren und Verhaltensweisen von Amateuren hinzu, steuere aber auch Tipps bei, wie man ein besserer Fotograf werden kann. Alles aus eigenem Erleben, denn auch ich habe als equipmentgeiler Hobbyfotograf angefangen, dem die Ausrüstung wichtiger als die Fotogrundlagen war. (Igitt, Senf und Sahne!)

Ich hoffe, dass für den einen oder anderen ein paar Erkenntnisse daraus hilfreich sind. Denn wie sagte meine Mutter nie: „Das Leben ist zu kurz, um die Fehler anderer Menschen zu wiederholen. Es gibt genug Fehler, die man selber noch als Erster machen kann“.

Zunächst zum Amateur…

Dem ersten Satz des Gleichnisses könnte man sofort entgegnen:

Für den Amateur ist erstmal wichtig, was er theoretisch mit der Ausrüstung anfangen könnte. Nur deshalb macht er sich vermutlich Gedanken um die Ausrüstung und möchte davon ganz viel und ganz Teures haben. ;-)

Wenn ich mir meinen eigenen Weg vom analogen Hobbyknipser zum Berufsfotografen im Digitalzeitalter anschaue, ging es mir zumindest anfangs auch so, dass ich immer bessere Objektive und Kameras haben wollte, obwohl sich mit meiner damaligen Ausrüstung auch schon gute Bilder haben machen lassen (oder sollte ich sagen: Hätten machen lassen können?!?).

Ich hatte wohl gehofft, durch besseres Equipment besser zu fotografieren – ohne mir einzugestehen, dass es auf ganz andere Sachen ankommt: Die Grundlagen, die man beherrschen muss, um Fallstricken aus dem Weg zu gehen.

Mein ungefährer Gemütszustand, wenn ich früher fotografiert habe? Hoffentlich nicht... ;-)

Mein ungefährer Gemütszustand, wenn ich früher fotografiert habe? Hoffentlich nicht… ;-)

Es ist dabei wie beim Autofahren. Als Fahranfänger musste ich immer wieder mal erst nachdenken, in welchen Gang ich schalten konnte. Oder hatte an der Autobahnausfahrt noch kein Gefühl für die Geschwindigkeit des Wagens, was bei ersten Autobahnfahrten manchmal zu Panikbremsungen spannenden Bremsmanövern am Ende des Verzögerungsstreifens vor der engen Kurve geführt hat.

Doch inzwischen fahre ich wohl ganz passabel. Und Beim Fotografieren wisst ihr irgendwann nach genug Praxis dann ebenso, was einfach nicht funktionieren wird oder wo man noch etwas verbessern oder vermeiden kann. Also nicht entmutigen lassen!

Allerdings bedeutet eine lange Zeit hinter der Kamera nicht automatisch, dass man es richtig macht. Man kann, wie beim Autofahren, auch 40 Jahre alles falsch gemacht haben (oder die anderen haben, zumindest im Straßenverkehr, einfach nur gut aufgepasst) ;-)

Foren, Foto-Communities & Co

Damit man sich Fehler nicht angewöhnt, sollte man nach meiner persönlichen Meinung (!) Fotoforen wie beispielsweise fotocommunity, 500.px.com oder flickr zwar als Pool für Ideen und Anregungen nehmen, aber besonders die positiven Kommentare zu eigenen hochgeladenen Bildern nicht wirklich ernst nehmen.

Denn das läuft dort meist nach dem Prinzip: Like ich deins, likest du auch meins. Und davon habt ihr als Anfänger gar nichts.

Kann man copy & paste-Kommentare ernst nehmen, wenn unter einem schwarz-weiß-Bild steht: „Tolle Komposition und brillante Farben!“? (Ja, Schwarz und Weiß sind genau genommen auch Farben, aber ihr wisst, was ich meine).

Beispiele gefällig? Die folgenden Fotos habe ich 2004 mit meiner ersten Digitalkamera, der Canon 300D (noch mit 1GB CF-Microdrive!), aufgenommen und total begeistert auf einer Fotoplattform zur „Bewertung“, sprich für Lob, hochgeladen.

Die Sehnsucht nach Lob ist tatsächlich menschlich, wir alle wollen uns mindestens einmal am Tag unter die Schulterklopfmaschine stellen, und wenn es im Beruf nicht klappt, dann wenigstens durch unser Hobby oder bei Freunden und Familie oder zur Not auch im Internet (was meint ihr, warum ich diesen Blog schreibe? :-P).

Für euren Weg zu einem guten Fotografen bringt euch das aber tatsächlich – Achtung! – NIX!

Warum treten jedes Jahr so viele Leute mit quietschenden Stimmen und NULL TALENT vor Casting-Jurys?

Weil ihnen Freunde und Verwandte natürlich nie die Wahrheit gesagt haben (in meinem Augen ist so was ein viel schmerzlicherer Verrat, denn es ist wohl schlimmer, jemanden in das offene Messer der öffentlichen Demütigung rennen zu lassen, als ihm unter vier Augen zu sagen, dass es nicht reicht).

Und nun transferiert das mal etwas milder auf euer Umfeld, das euch ja eigentlich nix Böses will. Na? Schnackelt’s? ;-)

Hier nun meine Fotos, die ich damals hochgeladen habe:

Howard Jones, Hamburg, 2004 (Canon EOS 300D DIGITAL, 800 ISO, Blende 4, 1/125 Sek., bei 75mm)

Howard Jones, Hamburg, 2004 (Canon EOS 300D DIGITAL, 800 ISO, Blende 4, 1/125 Sek., bei 75mm)

 

Ein völlig unscharfer Howard Jones, 2004, Hamburg (Canon EOS 300D DIGITAL, 800 ISO, Blende 4, 1/100 Sek., bei 75mm)

Ein völlig unscharfer Howard Jones, 2004, Hamburg (Canon EOS 300D DIGITAL, 800 ISO, Blende 4, 1/100 Sek., bei 75mm)

 

Novaspace, The Dome Kiel, 2004 (Canon EOS 300D DIGITAL, 800 ISO, Blende 5, 1/125 Sek., bei 135mm)

Novaspace, The Dome Kiel, 2004 (Canon EOS 300D DIGITAL, 800 ISO, Blende 5, 1/125 Sek., bei 135mm)

 

 Paul Young, Hamburg, 2004 (Canon EOS 300D DIGITAL, 800 ISO, Blende 4, 1/125 Sek., bei 200mm)

Paul Young, Hamburg, 2004 (Canon EOS 300D DIGITAL, 800 ISO, Blende 4, 1/125 Sek., bei 200mm)

 

Tony Hadley, Sänger der Band ABC, Hamburg, 2004, (Canon EOS 300D DIGITAL, 800 ISO, Blende 4, 1/160 Sek., bei 200mm)

Tony Hadley, Sänger der Band ABC, Hamburg, 2004, (Canon EOS 300D DIGITAL, 800 ISO, Blende 4, 1/160 Sek., bei 200mm)

Ich hatte echt null Schimmer von Konzertfotos und, rückblickend, eher wild geknipst, obwohl ich mich damals für soooo patent gehalten habe. Und trotzdem sind diese Bilder auf der Fotoplattform gelobt worden für ihre Schärfe, Bildaufbau und Farben. ROFL kann ich da heute nur sagen.

Es gibt wirklich nur ganz wenig Bilder aus frühen Jahren, die ich jetzt noch einigermaßen passabel finde, früher aber natürlich total spitze! *Sprung* fand.

Eines dieser Fotos, die ich wirklich noch mag, ist ein Bild aus der Aufzeichnung der Musikshow „The Dome“ von der ehemaligen „No Angels“-Sängerin Vanessa Petruo, die 2004 ihre erste Solosingle unter dem Pseudonym „Vany“ in Kiel vorstellte.

Ich stand Bombe weit weg, mit einem lichtschwachen 75-300mm und habe hier mit einer 1/100sek. gerade das Schlussbild, in dem „Vany“ still stand, erwischt. Alle anderen Bilder waren unscharf vorher, weil das Licht für eine schnellere Zeit einfach nicht gereicht hat.

Ihr sagt, ich hätte einfach die ISO hochdrehen sollen? Das ist so 2012!

Denn bei der 300D im Jahr 2003/04 waren 800 ISO schon ein Abenteuer…

"Vany", Solosingle ohne die "No Angels", The Dome, Kiel, 2004 (Canon EOS 300D DIGITAL, 800 ISO, Blende 5, 1/100 Sek., bei 180mm)

„Vany“, Solosingle ohne die „No Angels“, The Dome, Kiel, 2004 (Canon EOS 300D DIGITAL, 800 ISO, Blende 5, 1/100 Sek., bei 180mm)

Zu den anderen Fotos aus dieser Zeit sag ich jetzt mal lieber nichts – außer, dass sie zu meinem Werdegang dazugehört haben. Wie alle Fehler und falschen Entscheidungen in meinem Leben, ohne die ich nicht der und dort wäre, wer und wo ich jetzt bin. (Amen!)…

Hätte aber damals jemand zu diesen Fotos geschrieben: „Hömma, das versuch‘ lieber noch mal und versuche dann diese Einstellungen, weil das und das und jenes nicht gut ist,“ hätte ich mich zwar erstmal echt geärgert, aber letztlich auch viel mehr davon profitiert. Statt mir etwas darauf einzubilden und zu denken, ich sei ein toller Fotograf!

Auch heute höre ich mir tatsächlich noch gerne Kritik von Leuten an, die es aus meiner Sicht drauf haben und wissen, wovon sie reden.

Wobei es inzwischen für mich einen Unterschied macht, ob es um technische Fehler oder um bewusste Bildgestaltung geht. Das eine ist Physik, das andere mein Stil (nein, nicht das Ende vom Besen!).

Doch, wie im übrigen Leben auch, gilt:

Wer sich nicht verbessern will, hört auf, sich zu entwickeln.

Es gibt ja nun immer jemanden, der besser ist im Leben als man selbst. Aber das bedeutet doch nicht, dass man stehenbleiben muss. Und genau das tut ihr, wenn ihr euch nur Lob auf diesen Fotoseiten oder im Freundeskreis abholt, um euer Ego zu streicheln. Fragt lieber mich, ich bin da schonungslos ehrlich. Und kann sogar konstruktive Vorschläge bieten… ;-)

Selbstkritik und Erklärungen

Ich habe es auch getan: Eigene Bilder findet man anfangs immer ziemlich geil. Selbstkritisch zu sein und Bilder zu löschen kann man nur über einen sehr langen Zeitraum sehr, sehr schmerzhaft lernen, weil man dazu erstmal das eigene Ego bezwingen muss.

Diese „Schule“ hat bei mir inzwischen so weit gewirkt, dass ich heute nie wirklich zufrieden mit meinen Ergebnissen bin. Eigentlich gut so, auch wenn das vielleicht der Grund ist, warum mir die Auswahl für mein Portfolio momentan so schwer fällt…

Als Anfänger neigt man dann auch noch oft dazu, die Entstehung von Bildern zu erklären um einen „Makel“ zu kaschieren oder zu beschönigen.

Dabei gilt die alte Weisheit:

Muss man ein Foto erst mit den schwierigen Umstände entschuldigen, unter denen es entstanden ist, ist es nicht gut.

Niemand findet ein unscharfes / langweiliges Bild intuitiv besser, nur weil er weiss, dass der Fotograf während der Aufnahme mit einem Skorpion in der Hose und einer Schlange auf dem Kopf durch einen brennenden Autoreifen gesprungen war, während er von 100 Weihnachtsmännern auf Elefanten verfolgt wurde.

(Allerdings wäre das Foto von dieser Aktion wieder ein Knaller gewesen…)

Bitte denkt immer daran: Nur weil IHR mit dem Foto vielleicht auch einen besonderen Moment oder einen Ort verbindet, tut es der Betrachter noch lange nicht und bewertet das Bild objektiver.

Aller Anfang ist schwer

Helmut Newton hat dazu einmal gesagt: „Die ersten 10.000 Fotos sind die schlechtesten„.

Und der Mann hat damals noch mit Filmen fotografiert. Potenziert das im heutigen Digitalzeitalter einfach mit mindestens Faktor 20!

Nie war es so einfach, so schnell so viele Bilder zu machen, zu probieren und gleich anzuschauen. Das hat aber auch zur Folge, dass Fotos inzwischen oft nix Besonderes mehr sind, sondern es oft einfach mal Glück war, dass genau eines der 180 Fotos vom Sonnenuntergang gerade von der Kamera-Automatik richtig belichtet (oder komplett falsch aufgenommen) wurde und deshalb richtig gut aussieht.

Mein Rohr ist viel länger!

Eine leidige andere Facette vieler (männlicher) Amateure: Wenn eben dieser sich durch sein Equipment definiert und deshalb nach außen zeigen möchte, was er hat. Nach dem Motto: „Viel Kamera, viel Können“.

Gut beobachten kann man das auf den üblichen verdächtigen Fotomessen. Auf der photokina vor zwei Jahren sind mir unglaublich viele Fotografen begegnet, die offenbar ihren kompletten Fuhrpark mitgenommen hatten und stundenlang mit schweren Rucksäcken durch die Hallen liefen. Zum Schaulaufen gehörte natürlich, dass mindestens ein Body mit langen Zooms vor dem Bauch getragen wurde, besser noch zwei.

Dabei war es in den Hallen oft so finster, dass man selbst bei 3200 ISO noch mit einer 1/30s hätte fotografieren müssen und ein Tele absoluter Quatsch gewesen ist. Dass diese „Fotografen“ das ganze Geraffel wirklich benötigt haben, bezweifle ich deshalb doch stark. Für gegenteilige Aufklärung bin ich natürlich immer aufgeschlossen. ;-)

Komischerweise habe ich in den Hallen aber keinen der mir bekannten „guten“ Berufsfotografen mit so einem Gerödel gesehen. Die liefen meist mit einer kleinen Knipse mit 50mm herum – oder mit dem iPhone. Warum wohl nur…?

Um solche Schnitzer festzuhalten, reichte auch ein iPhone ;-)

Um solche Schnitzer festzuhalten, reichte auch ein iPhone ;-)

 

Fazit aus eigenem Erleben

Was habe ich im Laufe der Jahre gelernt?

Gute Technik ersetzt keine fehlende Erfahrung und kein fehlendes Können, ohne viel Übung geht’s auch mit einer 6.000-Euro-Kamera nicht besser (eher noch viel schlechter!)… ;-)

Deshalb versucht möglichst schnell, die typischen Allüren und Denkweisen von Amateuren abzulegen und euch nicht zwangsweise über das Equipment zu definieren! Man darf auch mitspielen, wenn man nur eine kleine Ausrüstung hat. Auf das Ergebnis kommt es an, und jeder gute Fotograf steckt meist mit einer billigen Kamera einen Anfänger mit teurem Equipment trotzdem locker in die Tasche!

Alles klar? :-)

Im nächsten Teil geht es dann um den „Profi“. Und nach meiner Meinung sollte man den gleich überspringen, zur Meisterstufe. Aber das schafft eigentlich keiner so richtig. Für wahres Licht-Zen muss dieser steinige Weg offenbar gegangen werden ;-)

Fragen, Kommentare, Wiener Würstchen zum Senf?

Dann her damit! Ich habe ja einige gewagte, vielleicht auch überspitzte, Thesen aufgestellt. Anderes Denken ist aber genau so wie Kritik erlaubt und ich höre mir gerne eure Meinungen an!

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6 Comments

  • Reply
    Carsten Neff
    10. Dezember 2012 at 7:41

    Stefan, natürlich hast Du recht. Noch kein Autor ist zum Bestsellerautor geworden, weil er eine teure Schreibmaschine oder das Textverarbeitungsprogramm in der neuesten Version gekauft hat. Werkzeug bleibt Werkzeug.

    Schöner Text mit entsprechender Ironie (wie Du das wohl schaffst, das 1:1 in dein englischsprachiges Blog zu übersetzen).

    Zurück zum Thema: Es wäre als Amateur eigentlich angebracht, mehr Geld in GUTE Fotoseminare zu investieren, statt in einwe neue Kamera. Aber – wie Du Stefan sicher bestätigen kannst – kommen Leute mit 6000-Euro-Kameras zum Seminar und meckern über dessen hohe teilnahmegebühr von 180 Euro…

    Zwei Tipps, die ich Anfängern gerne mitgebe. Mir hat es geholfen:

    1. Mach jedes Fotos so, als sei nach der nächsten Auslösung der Akku leer. Ein Bild entsteht im Kopf, nicht in der Kamera. Erst denken, dann klicken!

    2. Festbrennweiten helfen bei der Bildgestaltung. Mit einem 35mm und einem 85mm-Objektiv lassen sich 95% der Bilder machen. Jede technische Möglichkeit mehr, bedeutet auch eine Entscheidung mehr vor (bei) der Aufnahme und das kann einem gerade am Anfang sehr im Weg stehen – dann, wenn diese Entscheidungen noch schwer fallen und Zeit brauchen.

    3. Wenn Du glaubst, Du bis nah genug an Deinem Objekt, dann gehe noch etwas näher ran (damit ist nicht gemeint, mit dem Zoom-Ring oder / -Hebel, sondern rein physisch. Nähe schafft gute Bilder. Zum einen die Räumliche Nähe, aber auch die inhaltliche Nähe zum abzubildenden Thema oder der zu portraitierenden Person.

    Zuletzt könnte man Deine Evolution der Fotografie auch in Frage stellen. Denn der Profi ist gegenüber dem Amateur doch ein armes Würstchen. Er muss in vorgegebener Zeit das Fotografieren, was andere wollen und damit seinen Lebensunterhalt verdienen. Der Amateur fröhnt dem Luxus, sich nur seiner Leidenschaft widmen zu können, ohne Rücksicht auf investierte Zeit und (manchmal auch) Geld. Insofern ist ein „Meister“ einerm Amateur viel näher, als einem Profi. Auch der Künstler arbeitet idealerweise aus innerem Antrieb und nicht aus einer Kosten-Nutzen-Analyse.

    Tolles posting Stefan – weiter so!

  • Reply
    Carsten Neff
    10. Dezember 2012 at 8:42

    Stefan, natürlich hast Du recht. Noch kein Autor ist zum Bestsellerautor geworden, weil er eine teure Schreibmaschine oder das Textverarbeitungsprogramm in der neuesten Version gekauft hat. Werkzeug bleibt Werkzeug.

    Schöner Text mit entsprechender Ironie (wie Du das wohl schaffst, das 1:1 in dein englischsprachiges Blog zu übersetzen).

    Zurück zum Thema: Es wäre als Amateur eigentlich angebracht, mehr Geld in GUTE Fotoseminare zu investieren, statt in einwe neue Kamera. Aber – wie Du Stefan sicher bestätigen kannst – kommen Leute mit 6000-Euro-Kameras zum Seminar und meckern über dessen hohe teilnahmegebühr von 180 Euro…

    Zwei Tipps, die ich Anfängern gerne mitgebe. Mir hat es geholfen:

    1. Mach jedes Fotos so, als sei nach der nächsten Auslösung der Akku leer. Ein Bild entsteht im Kopf, nicht in der Kamera. Erst denken, dann
    klicken!

    2. Festbrennweiten helfen bei der Bildgestaltung. Mit einem 35mm und einem 85mm-Objektiv lassen sich 95% der Bilder machen. Jede technische Möglichkeit mehr, bedeutet auch eine Entscheidung mehr vor (bei) der Aufnahme und das kann einem gerade am Anfang sehr im Weg stehen – dann, wenn diese Entscheidungen noch schwer fallen und Zeit brauchen.

    3. Wenn Du glaubst, Du bis nah genug an Deinem Objekt, dann gehe noch etwas näher ran (damit ist nicht gemeint, mit dem Zoom-Ring oder / -Hebel, sondern rein physisch. Nähe schafft gute Bilder. Zum einen die Räumliche Nähe, aber auch die inhaltliche Nähe zum abzubildenden Thema oder der zu portraitierenden Person.

    Zuletzt könnte man Deine Evolution der Fotografie auch in Frage stellen. Denn der Profi ist gegenüber dem Amateur doch ein armes Würstchen. Er muss in vorgegebener Zeit das Fotografieren, was andere wollen und damit seinen Lebensunterhalt verdienen. Der Amateur fröhnt dem Luxus, sich nur seiner Leidenschaft widmen zu können, ohne Rücksicht auf investierte Zeit und (manchmal auch) Geld. Insofern ist ein „Meister“ einerm Amateur viel näher, als einem Profi. Auch der Künstler arbeitet idealerweise aus innerem Antrieb und nicht aus einer Kosten-Nutzen-Analyse.

    Tolles posting Stefan – weiter so!

    • Reply
      Stefan Simonsen
      10. Dezember 2012 at 10:56

      Carsten, jetzt verrate doch nicht alles aus dem zweiten Teil ;-)

      Es hat ja seinen Grund, warum ich schrieb, dass man die Stufe des Profis eigentlich überspringen sollte…

      Ansonsten kann ich dir natürlich nur rechtgeben. Gute praktische Tipps, die ich in meinen Workshops auch so immer wieder gebe. Das mit dem leeren Akku werde ich mir merken, kannte ich noch nicht ;-)

      Es ist doch immer wieder spannend zu testen, welche „Evolutionsstufe“ jemand erreicht hat, indem man ein einzelner Kritiker unter dutzenden Likern ist, wie ich neulich gerade bei einem Bild feststellen konnte, das du bei Facebook auch kommentiert hattest. Die Reaktion sprach Bände ;-)

      Bei bekannteren Bloggern als ich es bin ist dabei ein lustiger Effekt zu beobachten: Hier übernimmt dann die Community in den Kommentaren die Verteidigung und Rechtfertigung, ohne auf sachliche technische Kritik einzugehen.

      Aber wie der Herr so sein Gescherr: Ich könnte immer wieder heulen wenn ich sehe, was für Quatsch einige bekannte Fotoblogger den Leuten erzählen, technisch schlechte Fotos posten und trotzdem eine große Zahl Jünger haben die es toll finden und ohne ein Hinterfragen alles übernehmen, was der Blogger so von sich gibt.

      PS: Wie, ich soll das jetzt auch noch auf Englisch posten? Darauf ein kräftiges WTF! ;-)

  • Reply
    Carsten via Facebook
    10. Dezember 2012 at 8:44

    Stefan, natürlich hast Du recht. Noch kein Autor ist zum Bestsellerautor geworden, weil er eine teure Schreibmaschine oder das Textverarbeitungsprogramm in der neuesten Version gekauft hat. Werkzeug bleibt Werkzeug.

    Schöner Text mit entsprechender Ironie (wie Du das wohl schaffst, das 1:1 in dein englischsprachiges Blog zu übersetzen).

    Zurück zum Thema: Es wäre als Amateur eigentlich angebracht, mehr Geld in GUTE Fotoseminare zu investieren, statt in einwe neue Kamera. Aber – wie Du Stefan sicher bestätigen kannst – kommen Leute mit 6000-Euro-Kameras zum Seminar und meckern über dessen hohe teilnahmegebühr von 180 Euro…

    Zwei Tipps, die ich Anfängern gerne mitgebe. Mir hat es geholfen:

    1. Mach jedes Fotos so, als sei nach der nächsten Auslösung der Akku leer. Ein Bild entsteht im Kopf, nicht in der Kamera. Erst denken, dann
    klicken!

    2. Festbrennweiten helfen bei der Bildgestaltung. Mit einem 35mm und einem 85mm-Objektiv lassen sich 95% der Bilder machen. Jede technische Möglichkeit mehr, bedeutet auch eine Entscheidung mehr vor (bei) der Aufnahme und das kann einem gerade am Anfang sehr im Weg stehen – dann, wenn diese Entscheidungen noch schwer fallen und Zeit brauchen.

    3. Wenn Du glaubst, Du bis nah genug an Deinem Objekt, dann gehe noch etwas näher ran (damit ist nicht gemeint, mit dem Zoom-Ring oder / -Hebel, sondern rein physisch. Nähe schafft gute Bilder. Zum einen die Räumliche Nähe, aber auch die inhaltliche Nähe zum abzubildenden Thema oder der zu portraitierenden Person.

    Zuletzt könnte man Deine Evolution der Fotografie auch in Frage stellen. Denn der Profi ist gegenüber dem Amateur doch ein armes Würstchen. Er muss in vorgegebener Zeit das Fotografieren, was andere wollen und damit seinen Lebensunterhalt verdienen. Der Amateur fröhnt dem Luxus, sich nur seiner Leidenschaft widmen zu können, ohne Rücksicht auf investierte Zeit und (manchmal auch) Geld. Insofern ist ein „Meister“ einerm Amateur viel näher, als einem Profi. Auch der Künstler arbeitet idealerweise aus innerem Antrieb und nicht aus einer Kosten-Nutzen-Analyse.

    Tolles posting Stefan – weiter so!

  • Reply
    Katja Aus Lohnde
    15. Oktober 2013 at 22:21

    ach es ist so herrlich zu lesen!
    Allerdings habe ich nach deiner KommentarAntwort nun etwas Schiss meinen „süßen Senf“ dazuzugeben, denn ich bin ein Amateur ( hm bin ich das schon? ) ich gebe oft meinen Senf zu deinen bildern ab, aber leider bin ich nicht in der Lage Verbesserungsvorschläge zu leisten! denn ich finde deine Bilder meistens gut – eben anders!
    Ich gebe aber gerne Kommentare ab, denn ICH finde nichts schlimmer, als ein unkommentiertes Bild! Lieber das einer das Bild schlecht redet, als dass ich denke es sieht sich niemand an!
    NOCH viel besser ist natürlich aufklärende Kritik!
    aber ein paar Likes von den handyfotografenFreunden sind auch wichtig *lach*

    Was ich nicht will, das man mir tu, das füg ich keinem anderen zu!

    Naja jedenfalls bin ich nun verunsichert, ob eine DAU Meinung überhaupt gefragt ist!
    Sie verbessert nichts und ich habe auch keine Ahnung, nur ein Empfinden!
    Es ist sozusagen nur die dich nichtweiterbringende Lobhudelei! der Moment an der Schulterklopfmaschine!
    (für mich aber ein Zeichen, dass du es nicht „umsonst“ geschrieben hast)
    Ich habe beim Lesen deiner Blocks stets Spaß ( und ich lese nicht gerne!!!!)
    deine Gedanken dabei sind herrlich auffrischend.
    Du bringst die Sachen auf den Punkt und immer wieder sitze ich hier und Lache, Nicke oder schüttel über mein Verhalten oder meine Art die du grad beschreibst den Kopf!
    ich bin ja schon irgendwie froh, dass mein Zustand ein normaler LernprozessZustand zu sein scheint! nur WANN verlasse ich den?

    Deine bildbeispiele sind toll,
    SCHULTER KLOPF ! gute gemacht!

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