Doppelseite in der View – und das Making Of dazu

Stolz wie Oskar: Doppelseite in der VIEW, Januar 2010

Ein frohes und erfolgreiches neues Jahr wünsche ich euch allen!

Ich war zum ersten Mal seit sechs Jahren an Silvester nicht eingespannt und konnte feiern. Die Jahre vorher hatte ich bisher den Silvesterabend als Pressefotograf, als DJ oder ehrenamtlich im Rettungsdienst erlebt. Und ich muss sagen: Leicht betrunken Nicht nüchtern ist es doch wesentlich einfacher, die betrunkenen und zum Teil sehr bekloppten ausgelassenen Menschen um einen herum zu ertragen ;-)

Wie auch immer: An dieser Stelle sei ein großes Dankeschön an die erlaubt, die an Silvester gearbeitet und damit das Feiern für andere möglich gemacht haben!

Für mich hat das neue Jahr mit einer erfreulichen Nachricht begonnen. Heute habe ich meine erste Magazin-Doppelseite in den Händen gehalten: Das VIEW-Magazin hat zwei Bilder von meinem Termin beim Kaninhop für die Nachrichtenagentur ddp gedruckt. Eines doppelseitig, das andere eingeklinkt:

 

Stolz wie Oskar: Doppelseite in der VIEW, Januar 2010

Stolz wie Oskar: Doppelseite in der VIEW, Januar 2010

Ich habe schon öfter Veröffentlichungen in Tageszeitungen deutschland- und europaweit, auch mal auf Titelblättern, gehabt – aber das waren eigentlich immer nur Fotos vom aktuellen Nachrichtengeschehen (wenn man mal von den Standardterminen im Zoo Hannover mit Elefantengeburtstagen etc. absieht), das auch andere Kollegen aufgenommen haben und wo auch immer ein bisschen Glück dazu gehört, dass sich die Zeitungen für eines meiner Bilder entscheiden.

Dieses Foto war aber ein Feature-Termin, bei dem alle Möglichkeiten offenstanden, etwas Knackiges zu machen. Immerhin hatten sich vorher wohl schon andere Fotografen vergeblich an den schnellen Tieren versucht, wie ich dann erfuhr. Also ging es sogar um die Ehre ;-)

Der Termin war übrigens zustande gekommen, weil die Kollegen in der Redaktion in Hannover gut aufgepasst haben. Regionalzeitungen aus der „Provinz“ bringt oft Anstöße für schöne Geschichten, da die lokalen Reporter einfach sehr viel näher an den Menschen sein können als die Redakteure in Hannover oder einer anderen Großstadt.

Doch nun zum Making of: Das Wetter war mies und wir hatten uns erst am Nachmittag mit der Halterin der Kaninchen verabreden können – zwei Stunden vor Sonnenuntergang (Sonne? ja, konnte man hinter den Wolken erahnen). Zu allem Unglück fing es dann auch noch zeitweilig an zu regnen.

Deshalb musste das Shooting mit den Kaninchen auch relativ fix gehen, wobei mir die Nikonblitze SB-800 und SB-900 mal wieder gute Dienste erwiesen: Um die schnellen Bewegungen des Kaninchens bei dem Schietwetter überhaupt einfrieren zu können, setzte ich auf ein Zwei-Blitz-Setup. Einer sollte das Kaninchen von oben vorne als Verstärkung des Umgebungslichtes ausleuchten, der andere Blitz wurde von Steffi links so gehalten, dass die seitlichen Stangen des Hindernisses keine Schatten warfen, der Blitz aber ein schön direktes Licht auf das Tier brachte.

Das folgende Foto vom Making-of ist mir freundlicherweise von der Besitzerin der Kaninchen, Britta Markus, zur Verfügung gestellt worden:

Aufbau des Kaninhop-Fotos: SB-900 von vorne oben (auf dem Bild links), ein handgehaltener SB-900 von links, ausgelöst durch den SB-800 auf der Nikon D3 - übrigens sah ich danach aus wie Schwein...

Aufbau des Kaninhop-Fotos: SB-900 von vorne oben (auf dem Bild links), ein handgehaltener SB-900 von links, ausgelöst durch den SB-800 auf der Nikon D3 - übrigens sah ich danach aus wie Schwein...

Wie „dunkel“ es eigentlich war kann man an den Einstellungen der Kamera gut sehen: Belichtungszeit 1/2500 (wegen der schnellen Bewegung) bei Blende 5 und ISO 1600! Keine Frage, mit meiner alten Canon 1D Mark II hätte ich das sicher nicht ohne starkes Bildrauschen hinbekommen. Aber mit der D3 gab es da auch bei Tageslicht keine Probleme :-)

Der Autofokus hat mich in diesem Fall allerdings fast zur Verzweiflung gebracht: Ich habe zunächst im Servomodus gearbeitet (d.h. die Kamera reagiert auf die veränderte Distanz zu dem scharfgestellten Objekt, während der Auslöser halb gedrückt wird). Doch der arbeitet bei allen Kameras nach dem Prinzip einer annähernd gleichmäßigen Bewegung. Das heißt, wenn sich etwas bewegt, errechnet der Autofokus anhand der momentanen Richtung und Geschwindigkeit, wo das Objekt zum Zeitpunkt des Abdrückens sein wird. Dafür hätte es nun aber vorher eine Bewegung geben müssen, die man mit hoppel-hoppel-hoppel-spruuuuuuung umschreiben könnte. Nicht so Kaninchen. Die sitzen nämlich vor dem Hindernis und nehmen bis zum wahnwitzig schnellen Sprung gar keinen Anlauf, was ungefähr so aussieht: sitz-sitz-sitz-schon drüber… Also gab es dort nichts an dem sich die Kamera orientieren konnte außer den Stäben des Hindernisses. Wenn das Karnickel aber nun sprang, konnte der Fokus einfach nicht schnell genug reagieren.

Nachdem ich selbst mit dem, für Tiefenschärfe eigentlich nicht so empfindlichen, 14mm-Objektiv keine vernünftig scharfen Bilder hinbekommen habe, habe ich entnervt auf den konstanten Fokus umgeschaltet (also einmal drücken, Fokus sitzt und verändert sich nicht auch wenn das Objekt sich danach bewegt). Nun haben wir vor jedem Sprung den erwarteten Fokuspunkt gemessen, indem Steffi einen Blitz oder die Hand zum Fokussieren hingehalten hat und ich dann im Dauerfeuer beim Sprung auf den Auslöser gedrückt habe – in der Hoffnung, dass sich das Auge des Tiers scharf abzeichnet.

Mal eine Hand...

...oder auch mal ein Blitz als Fokuspunkt - ungefähr da platziert, wo das Tier entlangspringen könnte/sollte/würde. Glück gehört bei sowas einfach auch dazu!

Denn genau wie beim Menschen kommt es auch beim Tier darauf an, die Augen scharfzustellen. Wie das sonst aussieht könnt ihr hier sehen (einige Fehlfotos):

Okay, vielen Dank für’s Lesen, Kommentare und Fragen sind wie immer willkommen!

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