Auftrag: Fotografiere den Roboter-Elefantenrüssel!

Am Dienstag war ich für einen Fotoauftrag in Göttingen. Wissenschaftler des Bernstein Instituts hatten einen neuartigen Roboter vorgestellt, den sie kurz und knackig „Robotic’s Elephant Trunk“ nannten, also Roboter-Elefantenrüssel. Deswegen, weil er fast so aussieht und sich genauso wie ein Rüssel verhält, also sich in alle Richtung bewegen und dabei trotzdem sehr präzise Arbeiten ausführen kann wie zum Beispiel jetzt schon chinesische Schriftzeichen präzise zu Papier zu bringen.

In Kinofilmen und Serien wie CSI:NY sind Labore ja immer super stylish, an allen Ecken und Enden blinkt es und die Räume sind regelrecht mit farbigem Licht geflutet. Deshalb könnte man nun erwarten, dass das Labor der Wissenschaftler in Göttingen ungefähr so aussieht:

Darf ich euch KeJun Nin vorstellen? Der 33-jährige "Engineer of Robotics" kommt aus China und arbeitet für einige Zeit an der Uni Göttingen. Und er ist auch ein sehr geduldiges Model ;-)

Darf ich euch KeJun Ning vorstellen? Der 33-jährige "Engineer of Robotics" kommt aus China und arbeitet für einige Zeit an der Uni Göttingen. Und er ist auch ein sehr geduldiges Model ;-)

Aber, ihr werdet es sicher schon vermutet haben, in der Wirklichkeit abseits von Filmkulissen treffen Fotografen auf der ganzen Welt meistens auf dieses nüchterne Ambiente:

Das schlichte Ambiente hat aber aus Sicht der Wissenschaftler seine Gründe: Dies ist ein Arbeitsplatz, an dem reale Erfindungen getestet und verbesser werden. Er muss einfach praktisch sein und genug Platz für die Wissenschaftler und ihre Arbeit haben. Sie wollen keine ablenkenden bunten Farben an den Wänden, weil es eben ihr Arbeitsplatz und nicht ihre Wohnung ist (auch wenn einige von ihnen manchmal so oft da sind, dass sie fast da wohnen).

Allerdings ist das die nüchterne Sicht der Wissenschaftler, nicht die eines Fotografen. Wenn man nur den Anspruch hätte zu dokumentieren, könnte man im Vorbeigehen draufhalten und wieder fahren.

Ein Bildredakteur eines Magazins oder einer Zeitung (bei denen es aus Kostengründen leider immer weniger gibt) würde allerdings wohl nur kurz mitleidig lachen, wenn man ihm ein Bild wie dieses mitbrächte:

Warum das? Weil es die Augen des Betrachters nicht sofort auf das wirklich Wichtige lenkt. Oder wärt ihr beim ersten Blick darauf gekommen, dass die kleine Ansammlung von Metall rechts im Bild die bahnbrechende Erfindung sein könnte? Zudem ist das Foto einfach nur grau und langweilig, es würde sich nicht abheben und ein Wow!-Erlebnis beim Betrachter hervorrufen und hat auch leider nichts, was es für den Rest der Menschen außerhalb der Wissenschaftswelt interessant machen würde. Und genau das sollte ein Bild für ein allgemeines Magazin oder eine Tageszeitung eigentlich schaffen.

Du sagst das ist nicht wichtig? Kein Problem – ein ernstzunehmender Mitbewerber weniger *scherz*

Natürlich ist es wichtig!!!! Denn was tun die Leser von Magazinen und besonders von Zeitungen? Sie überfliegen zuerst die Bilder auf der Seite und entscheiden sich dann in Bruchteilen von Sekunden, welchen Artikel sie sich (zuerst) ansehen. Und das ist meistens der mit dem interessanteren Foto. Genauso, wie die Leser am Kiosk von den Titelseiten der Magazine und Zeitungen angelockt werden und auch hier durch das bessere Foto zum Kauf animiert werden.

Wie sagt man so schön: „Nett ist der kleine Bruder von Scheiße“. Wenn man also Kunden und Bildredakteure beeindrucken und sich die Chance für einen nächsten Auftrag nicht verbauen will, sollte man sich bemühen, ein Foto abzuliefern das nicht einfach nur „nett“ ist, sondern die Bilder von vielen anderen Menschen übertrifft, die das Foto oben auch mit einer kleinen Digicam hinbekommen hätten…

Male mit (Blitz)Licht!

In den letzten Jahren hat sich die Blitztechnik zusammen mit der Kameratechnik rasend schnell weiterentwickelt. Wo man vor 20 Jahren noch große und sehr teure Blitzgeräte für entsprechende Blitzleistung brauchte, kann man heute auf winzige und doch leistungsstarke Kompaktblitze von Nikon und Canon zurückgreifen. Ja, es gibt noch andere Blitzhersteller, aber persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass man irgendwann immer beim Systemblitz seines Kameraherstellers landet, da hier das Zusammenspiel einfach ausgereifter und die Qualität des Lichts (beständige Farbtemperatur, korrekte Blitzregelung, niedrigere Mindestblitzmenge) wesentlich besser sind. Mein Tipp: Wer billig kauft, kauft letztlich doppelt. Lieber gleich 50 Euro mehr investieren…

Das erste Foto dieses Blogeintrags habe ich mit fünf dieser kleinen Nikon-Blitze aufgenommen – zwei SB-800, zwei SB-900 und einem SB-800 als Auslöser auf der Kamera.

Für die Interessierten zeige ich hier nun kurz, wie das Setup aussah:

Als Erstes habe ich die Belichtungsautomatik der Kamera durch Umschalten in den manuellen Modus (M) außer Kraft gesetzt. Mit einer Belichtungszeit von 1/250s bei Blende 9 und ISO 100 habe ich folgendes Bild bekommen:

Achtung: Hier sind die Leuchtstoffröhren der Deckenbeleuchtung immer noch an - man kann ihr licht wegen der kurzen Belichtungszeit und der geschlossenen Blende nur nicht mehr sehen!

Warum das Ganze? In dem Raum gab es graue Wände, graue Tische und davon hob sich der Roboter mit der metallischen Oberfläche nicht gut ab. Zumal sich in seiner Oberfläche auch noch das Grau der Wände reflektierte.

Ein größeres Problem war aber auch der Mix von verschiedenen Farbtemperaturen im Raum. Licht von draußen (Tageslicht) traf im Raum auf Leuchtstoffröhrenlicht (von der Decke) – und das ist später auch mit Bildbearbeitung nur sehr schwer in den Griff zu bekommen.

Wir ließen danach das Rollo vor dem Fenster ebenfalls herunter und ich stellte einen Nikon SB-900 mit zwei blauen Filterfolien (full CTB), gezoomt auf 200mm, so auf, dass er die Rückwand traf und ein nettes Hintergrundlicht erzeugte, dass den Vordergrund vom Hintergrund abhob.

Der SB-900 war von links auf die Wand gerichtet und mit zwei blauen Folien versehen. Warum zwei Folien? Je stärker das Licht ist, das aus dem Blitz kommt, desto weißer wird es. Wenn ich also viel Blitzleistung für die richtige Belichtung (bo einer geschlossenen Blende wie in diesem Fall) benötige, muss ich verhindern, dass das Licht nicht mehr blau sondern weiß wird. Generell gilt aber für das Blitzen mit Folien: Je weniger Power, desto intensiver die Farbe durch die Folie.

Für den SB-900 wählte ich eine manuelle Power von 1/4. Um das Blau noch intensiver zu machen, nutzte ich einen weiteren Trick. Ich änderte meinen Weißabgleich in der Kamera auf Kunstlicht. Tut man dies, wird das Licht eines Blitzes (der üblicherweise Tageslichttemperatur hat) auf den Fotos blau. Und nun stellt euch vor wie es aussieht, wenn man noch zwei blaue Filter davor setzt… (wobei das ein neues Problem mit sich bringt, auf das ich gleich noch eingehe).

Um euch erstmal einen Überblick zu verschaffen, hier das Setup in Kürze:

Der SB-900 mit zwei blauen Filtern für die Rückwand

Hier wird's interessant: Einen Blitz habe ich auf der Tastatur des Notebooks platziert. Er zeigt auf ein weißes Blatt, das ich vor das Display gelegt habe, und nutzt es so als Reflektor um KeJuns Gesicht weich auszuleuchten. Auf dem Foto sieht es später so aus, als wenn er bei der Arbeit vom Display seines Notebooks angestrahlt wird. Ein weiterer SB-800 zeigt von oben auf den Roboterarm. Um nur einen kleinen Teil auszuleuchten, habe ich den Blitz mit einem sog. "Snoot" versehen, einer einfachen Moosgummimatte, die den Blitzstrahl stark reguliert und dadurch zum Punktstrahler macht. Ein dritter Blitz (SB-900) ist mit einer Justin-Clamp (Manfrotto) an das Stativ geklemmt und auf 200mm gezoomed, um die zur Kamera gerichtete Rückseite des Notebooks etwas anzuleuchten und so aus der Dunkelheit des Raums abzuheben. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich recht schnell gemacht und auch logisch, wenn man sich die folgenden Resultate ansieht ;-)

Und hier kommen wir nun zu dem Problem mit den drei Blitzen im obigen Foto, das ich vorhin schon angesprochen habe. Durch die Einstellung des Weißabgleichs in der Kamera auf Kunstlicht hätten die Blitze nun ein bläuliches Licht ausgestrahlt. Um das austretende Licht in Kunstlicht zu konvertieren, habe ich einfach vor jeden Blitz eine orange Folie (full CTO) gesetzt. So schnell und einfach geht das…

Das komplette Setup nochmal von der anderen Seite aus gesehen...

Selbes Foto, nur Sekunden später: Das Deckenlicht ist immer noch an, aber durch die manuelle Einstellung nun nicht mehr sichtbar. Dafür setzen die Blitze nun die Akzente und "malen" mit Licht.

Nun war es relativ einfach, schnell mit ein paar Testfotos auch ohne Belichtungsmesser (der Digitaltechnik und dem kalibrierten Display der Nikon D3 sei Dank) zu einer ausgewogenen Mischung zwischen den Blitzen zu kommen.

Mit den nächsten Bildern zeige ich euch kurz, was ich bemängelt oder als störend empfunden und geändert habe:

Blitzlicht auf der Notebooktastatur zu schwach eingestellt, außerdem hing der Computerarm zum Sterben langweilig herunter

Nun war der Roboterarm in einer besseren Position und KeJun interagierte mit ihm, aber nicht mehr vom Lichtkegel des oberen SB-800 voll getroffen. Zudem verschwand die zur Kamera gerichtete Rückseite des Laptop in der Dunkelheit, weshalb ich den zweiten SB-900 auf 200mm gezoomt schwach daraufblitzen ließ.

Hier hat sich KeJun etwas zu weit nach links vom Tastaturblitz abgewendet, so dass sein Gesicht nur noch rechtsseitig getroffen wurde und das linke Auge in der Dunkelheit verschwand

Das kommt ohne Notebook-Blitz heraus. Das bisschen Licht im Gesicht entstand durch die Reflektion des Lichts vom oberen SB-800 auf dem Computerarm

Nun war das Licht okay, also ging es an meine richtige Position. Hier sieht es nämlich so aus, als wenn KeJun links etwas aus dem Kopf wächst

Das selbe Foto zur Anschauung mal mit Tageslicht-Weißabgleich. Die Blitze sind nun durch die orangen Folien...ähmm...orange. Im Vergleich zum unteren Foto (gleiche Datei) mit dem richtigen Weißabgleich sieht man auch, dass das Blau hinten weniger intensiv ist

...wie oben, nur mit richtigem Weißabgleich auf Kunstlicht. ACH JA: Kleinigkeiten können ein Bild nachhaltig stören. Hier zeigt die Spitze genau ins Nasenloch und es sieht ein bisschen merkwürdig aus. Also schnell Position ändern ;-)

Hier mal nur der Hintergrund und von vorne der SB-900 für die Rückseite des Notebooks

Um mal eine andere Position zu probieren (immer wichtig!) ging ich vor KeJun auf die Knie. Wir konnten das bestehenden Blitz-Setup weiter nutzen. Einzig der Tastatur-Blitz erreichte den Kopf nun nicht mehr, da KeJun stand.

Deswegen griff ich mir den SB-800 von der Tastatur und hielt ihn einfach mit der linken Hand in die Höhe seines Gesichts- Voila!

Okay, das war’s schon. Vielen Dank fürs lesen – ich hoffe, ihr konntet ein bisschen Inspiration für eure nächsten Fotos mitnehmen. Über Kommentare und Feedback würde ich mich freuen. Fragen zum Setup stellt bitte als Kommentar, damit Alle etwas von den Antworten haben.

Vielen Dank auch an KeJun, der sehr geduldig und interessiert war. Ich wünsche Dir noch einen tollen Aufenthalt in Deutschland!

Hier seht ihr nun noch ein paar Bilder, die ich letztlich zur Agentur geschickt habe:

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10 Comments

  • Reply
    kalle
    4. Februar 2010 at 15:35

    Hallo Stefan !!!
    Ich bins mal wieder.Hi
    Wieder einmal stark wie Du alles erklärt hast.Muss ich mal ausprobieren.Ups ein SB fehlt noch.
    Nur ein Ding; Warum hat KeJun keinen Kittel (Forschung und Entwicklung) an, und die rechte Hand an der Maus beim betrachten des „Robotererarms“?
    Der Schraubendreher war beim Einsatz bestimmt das falsche Werkzeug oder?:-)Innbus vielleicht!!!
    Dein Lichtaufbau aber wie immer stark.
    Beste Grüße Kalle

  • Reply
    Stefan Simonsen
    11. Februar 2010 at 15:59

    Hi Kalle,

    freut mich, dass es dir gefällt!

    KeJun hat keinen Kittel an, da er den auch sonst nicht trägt. Er kommt nämlich nicht mit Chemikalien in Berührung, und nur dort sind Kittel vorgeschrieben…

    Die rechte Hand ist an der Maus, da der Roboter über den Laptop gesteuert wird. Außerdem sieht es so besser aus, wenn die Hand was zu tun hat ;-)

    Und der Schraubendreher ist tatsächlich auch für den Arm, um verschiedene Teile manuell zu lösen…

  • Reply
    Ben
    2. März 2010 at 23:10

    Hallo Stefan,

    das ganze Setup und Deine Beschreibung zur Entstehung ist unglaublich. Vielen Dank, dass Du Deine Arbeit so offen legst und Deine Tricks verrätst.
    Ich wäre nie im Leben auf die Idee gekommen hier mit Farbfolien zu arbeiten, nie im Leben! Das Ergebnis spricht für sich.
    Wieviel Zeit hat Dich das gesamte Shooting gekostet und wieviel hast Du noch in die Nachbearbeitung investiert?

    Viele Grüße,Ben

    • Reply
      Stefan Simonsen
      2. März 2010 at 23:34

      Hi Ben, freut mich wenn es dir gefällt :-)

      Das ganze hat ungefähr 30 Minuten gedauert, vom Kennenlernen/Hallo sagen bis zu den fertigen Bildern. Nachbearbeitung hat ungefähr 45 Minuten gedauert, allerdings sind da schon die Beschriftung für die Agentur eingerechnet. Workflow: RAW -> Lightroom -> Entwickeln -> Beschriften -> direkt mit dem Laptop zur Agentur schicken per UMTS, da die Geschichte sofort laufen musste. Nicht nur deshalb versuche ich, immer so zu fotografieren, dass es nicht mehr viel zu bearbeiten gibt. Man kann zwar aus RAW noch ne Menge rausholen, aber irgendwie ist das doch ein Verrat an der Fotografie.

      Mir ging es früher übrigens wie dir, vor einem Jahr hätte ich auch noch keine Farbfolien benutzt. Aber wenn man probiert und probiert und sich immer wieder mal anguckt was andere Fotografen so machen, kommt man irgendwann dahin, dass die Phantasie angeregt wird wo man nur hinschaut. Ist wie das Ei des Kolumbus denke ich – es ist ganz einfach, man muss nur mal drauf kommen ;-)

  • Reply
    fuBAIN
    11. Juni 2012 at 8:46

    Mieserabe.Echt schlecht. Hab noch nie einen so schlechten Artikel gelesen den sollteman sperren. Also wirklich bitte mal etwas besser machen nächstes mal

    • Reply
      Stefan Simonsen
      11. Juni 2012 at 9:16

      Vielen Dank für diesen hoch qualifizierten Kommentar!

      Schon spannend, wenn man sowas schreibt – aber zu feige ist, seinen eigenen richtigen Namen anzugeben. Ach nee, dann könnte man ja deine Veröffentlichungen suchen und vergleichen, ob du Ahnung hast oder einfach nur ein pissiger Nervtöter bist, der dumme Kommentare ohne Sinn und Verstand ablässt und anderen mit seiner Dummheit auf den Geist gehst, die sich die Mühe eines Blogeintrags gemacht haben. Kann man sowas ernst nehmen? Eher nicht.

      Sachliche Kritik ist dein Kommentar jedenfalls nicht, da könnte man ja wenigstens drauf eingehen.

      Im Übrigen heißt es miserabel, nicht miEserabel. Aber was soll man erwarten, wenn der ganze Kommentar vor Fehlern nur so strotzt.

      Mach es also bitte erst mal besser, und lerne vor deinem ersten Blogeintrag vor allem besseres Deutsch (ich empfehle sonst die Wiederholung der Klassen 1-4, das würde deine Grammatik schon extrem verbessern).

      Beste Grüße ins Asi-Wunderland
      Stefan

  • Reply
    Dan
    11. Juni 2012 at 9:53

    Hallo Stefan,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht! Interessanter Einblick!

    Kenne mich auf dem Gebiet nicht so aus, aber ist es okay, ein Bild bzw. eine Umgebung durch Blitzlicht so zu verfälschen (wegen journalistischen Richtlinien und so)? Oder ist das, weil das ja eh ein gestelltes Foto ist, da nicht so wichtig (und es verändert ja keine „Fakten“)? Bitte nicht als Angriff oder so verstehen, würde es nur gerne wissen. :-)

    Alles Gute,
    Dan

    • Reply
      Stefan Simonsen
      11. Juni 2012 at 10:24

      Halo Dan,

      das ist dann kein Problem, wenn man in der Bildbeschreibung für die Agentur in den IPTC-Daten darauf hinweist, dass mehrere Blitzgeräte zum Einsatz gekommen sind und das Bild quasi gestellt ist. Ich habe natürlich auch noch das andere Foto mitgeschickt, also ohne Blitze.

      Aus Sicht eines Agenturfotografen ist es sogar zwingend, dass im Text vorkommt, ob jemand etwas auf dem Bild von sich aus tut (z.B. ein Politiker, der jemandem Blumen überreicht oder ein Polizist, der einen Autofahrer anhält und die Kelle schwenkt), also es quasi eine Dokumentation ist – oder ob der Bildinhalt gestellt wurde (wie auf dem Foto oben).

      Dann muss es zum Beispiel heißen: xxx sitzt für eine Fotoillustration vor seinem Laptop und betrachtet einen sogenannten Roboter-Rüssel.

      Das ist extrem wichtig, da man später keinen Einfluss mehr darauf hat als Fotograf (und Agentur), wo die Bilder verwendet werden.

      Leider werden diese Worte oft trotzdem nicht genug befolgt:

      Ich habe es mal erlebt, dass ich ein gestelltes Featurefoto auf einer Waffenmesse gemacht habe, bei dem ein Jäger eine Waffe in der Hand hielt und sie prüfend anschaute ( habe ihn natürlich um Erlaubnis gefragt).

      Einige Monate später habe ich genau das Foto neben einer Meldung gefunden, bei der ein Jäger seinen Nachbarn erschossen hatte. Obwohl in den Bilddaten stand, dass dieses Foto nicht als Featurebild für Kriminalfälle genutzt werden darf, weil der Jäger darauf ausdrücklich bestanden hatte.

      Da das in den IPTC stand, waren die Agentur und ich zwar sauber raus und der Fehler lag bei dem Verlag, der es veröffentlicht hatte. Ärgerlich ist sowas trotzdem immer…

      LG
      Stefan

  • Reply
    Ina via Facebook
    11. Juni 2012 at 10:35

    Toller Artikel, danke.
    Solche Spackos wollen doch nur nerven, die sind doch deine Zeit nicht wert.

  • Reply
    Wolf via Facebook
    11. Juni 2012 at 12:09

    Lieber Stefan, lass dich nicht ärgern. Du hast doppelt gut gearbeitet – die Fotos sind prima und dein Artikel ist es auch. Da können selbst „alte Hasen“ noch was lernen. Mach weiter so.

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